08.01.2018

Nach dem Frühstück holt Evelyne uns ab.Wir wollen heute in „unsere Schule“ ,die Ngoloko Primary School  (unser Pilot-Projekt)fahren.Die Schule,mitten im afrikanischen Busch gelegen,hat nach den Ferien erst gerade wieder begonnen. Als wir ankommen, ist gerade Pause und die Kinder sind auf dem Schulhof.In einer Ecke sitzt eine Mutter und frittiert Maisbrei,nicht für alle,da kaum erschwinglich.

Rein äußerlich hat sich nicht viel geändert.Mitten auf dem Schulhof steht unser gesponserter Wassertank.Die Rektorin und der Hausmeister sind offensichtlich überfordert.Wir reklamieren die fehlende Pflege.Die Schule hat inzwischen 8oo Schülerinnen und Schüler,mit Klassen bis zu 90 Kindern bei 18 Lehrerinnen und Lehrern.

Die Rektorin ist damit beschäftigt,Zeugnisse der Schulabgänger zu unterzeichnen.Die achten Klassen haben vor Weihnachten ihr landesweites Certifikat ablegen müssen.Maximale Punktzahl 500.Zwei Schüler waren sehr gut,Revasco und Seekler.Wir entscheiden uns,die beiden in unser Förderprogramm aufzunehmen.Ihre Mütter,alleinerziehend,haben nichts, rein gar nichts,um Schülgebühren und die anderen Materialien zu finanzieren.

Schon bei unserem letzten Besuch vor einem halben Jahr haben wir den dringend notwendigen Bau von Toiletten besprochen und geplant.Nichts ist passiert!Evelyne veranlasst die Rektorin,den „Bauunternehmer“ zu holen. Er kommt,wir diskutieren mit ihm,legen den finanziellen Rahmen fest,und er verspricht,am nächsten Tag anzufangen (was wir am nächsten Tag kontrollieren; und siehe da: er schachtet aus;geht doch!!!)

Eine Enttäuschung: die vor 15 Monaten auf Wunsch der Schule angeschafften Computer und die dazugehörigen Tische stehen nach wie vor verstaubt in einem Raum,obwohl wir bei unserem letzten Besuch den fehlenden Einsatz angemahnt hatten (angeblich fehlte ein Lehrer für Computer).Gegen den Willen der Rektorin packen wir kurz entschlossen 4 Computer in Evelyns Auto und bringen sie zu einer von unseren anderen 3 Schulen.Hier laufen sie inzwischen im Schulalltag.Zum Glück werden die Rektorin und der Hausmeister zum Ende des Jahres abgelöst – wir hoffen dann auf Besserung der Verhältnisse in der Ngoloko Primary School.

Wir verlassen mir Revasco die Schule und fahren zu seiner Mutter: Lehm-Stein-Hütte im tiefsten Busch:alle leben unter einem Dach:Revasco,seine Mutter,1 Bruder seine Tante,Hühner,Ziegen,etc.bitterarme Menschen,sie leben „von der Hand in den Mund“.Wir denken,hier kommt unsere Unterstützung an.Wir fahren mit Revasco nach Mombasa zum Einkaufen:1 gebrauchter Koffer, 1Schlafmatratze, Unterwäsche, T-Shirts,Hosen,Hygieneartikel,Schuluniform,Bücher,Hefte,Stifte- alles,was man für einen Internatsaufenthalt braucht,wenn man selbst nichts hat.Am nächsten Morgen soll es losgehen zu seiner neuen Schule,600 km mit dem Bus,mindestens 2 Tage Fahrzeit.Die Busse fahren nur am Tage,nachts wird im Bus geschlafen.Man muß dann aufpassen,daß nichts geklaut wird.Die Mutter möchte ihren Sohn zur Schule begleiten,um zu sehen,wo er bleibt.Wir sponsern auch die Busfahrt der Beiden.Beider Augen strahlen:sie sind glücklich,dass es im Leben von Revasco weiter geht und dass dann hoffentlich auch seine Familie eine bessere Zukunft erwartet.Wir sind glücklich,dass wir helfen können

„Missouri sana“  (vielen Dank).

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